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Porto: Lockerer Ausflug in eine entspannte Stadt

IMG 2430Porto - das Los für die Zwischenrunde der Europa League bescherte uns kurz vor Weihnachten ein äußerst attraktives Ziel und ein Duell, das vom Klang her zweifellos auch eines Champions-League-Achtelfinales würdig gewesen wäre. Folgerichtig befürchtete jedoch auch so mancher ein böses Erwachen gegen den „Absteiger“ aus der CL. Im Nachhinein überwiegt jedoch die Verwunderung, wie dieser Verein in der CL-Gruppe mit Chelsea, Kiew und Tel Aviv immerhin zehn Punkte holen konnte und nur um einen Zähler den Sprung ins CL-Achtelfinale verpasste - so erschreckend schwach präsentierte sich der hochgehandelte Gegner in den 180 Minuten. Vielleicht auch ein typisches Phänomen, dass die „Absteiger“ oftmals kein ausgeprägtes Interesse mehr an der Euro League haben?

IMG 2439Doch der sportliche Aspekt soll nur am Rande erwähnt sein. Mit einem halbwegs komfortablen 2:0 aus dem Hinspiel im Gepäck startete die Reise unserer neunköpfigen Gruppe am Mittwoch von Eindhoven (an dieser Stelle ein Dank an das bescheuerte IT-System der Billig-Fluglinie, welches direkt nach der Auslosung die Buchung günstiger Flüge ab Köln verhinderte). Aus den sonnigen Niederlanden ging es ins vorhergesagte verregnete Portugal. In der Luft entpuppte sich der Flug als miese Kaffeefahrt. Das Personal versuchte sich mit Blick auf die zahlreichen Fußballfans an Bord in ziemlich nervigen Kutten-Animationen, um sodann zum Kern seines Anliegens zu kommen: Dem penetranten Versuch, irgendwelche komischen portugiesischen Lose und allerlei Duty-Free-Waren unters Volk zu bekommen.

IMG 2436Nach letztlich nervenaufreibenden knapp zweidreiviertel Flugstunden erreichten wir unser Ziel in Porto - im Regen. Mit der Metro ging es ins schließlich ins Hotel am Praça Trindade. Glücklicherweise ließ der Regen alsbald nach, sodass wir trockenen Fußes ein wenig die Stadt erkunden konnten, ehe der Abend nach sehr leckerem, aber auch sehr öligem Essen mit insbesondere sehr viel Knoblauch (vermutlich wurde zur Sicherheit eine ganze Knolle verarbeitet) in einer Kneipe in der Innenstadt mit viel billigem „Super Bock“ zu Ende ging. An dieser Stelle sei die Frage gestattet: Warum gibt es in gefühlt jedem Land der Erde Apple Cider zu kaufen, egal ob in Flaschen, in Dosen oder - wie in Porto - sogar aus dem Zapfhahn(!) - nur in Deutschland nicht?

IMG 2432Der Donnerstag begann schließlich mit einem Ausflug an den Hafen. Bei einer Mischung aus überwiegendem Sonnenschein und einer kurzen Regenphase entschlossen wir uns nach einem Streifzug durch die schönen, engen Gassen Portos - die einen ganz eigenen, entspannten Lebensstil repräsentieren - zum Hafen. Mit einem Blick auf die Uhr entschieden wir uns zu einer Bootsrundfahrt. Diese fiel zwar nicht so episch lang aus wie seinerzeit in Istanbul, doch war sie trotz der nur 50 Minuten nicht minder beeindruckend. Hier stach insbesondere die Ponte Maria Pia ins Auge, eine 60 Meter hohe und 350 Meter lange Eisenbahnbrücke über den Douro, den mit knapp 900 Kilometern drittlängsten Fluss der iberischen Halbinsel, der kurz hinter der Brücke in den Atlantik mündet. Die Brücke verbindet Porto mit der Stadt Vila Nova de Gaia am anderen Ufer. Am Portuenser Hafenufer gönnten wir uns danach ein leckeres Mittagessen im Filha da Mãe Preta (Cais da Ribeira, 40 - 4050-510 Porto) und machten uns anschließend durch eine weitere enge Gasse auf den Berg, um von der Ponte Maria Pia einen Panorama-Blick zu ergattern. Die Aussicht entschädigte für den steilen Aufstieg.

SomersbyNach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel ging es schließlich ins 50.000 Zuschauer fassende, aber nicht ausverkaufte Estádio do Dragão. Das für die EM 2004 erbaute Stadion erwies sich als echtes Schmuckkästchen. Bei Tageslicht hätte man durch die großen Lücken hinter den Toren zwischen Tribünenende und Dach sicher eine schöne Aussicht auf Porto gehabt. Die Portugiesen zeigten zum Spielbeginn eine Choreo, die jedoch nur hinter dem Tor gelungen war und auf den oft verwaisten anderen Tribünen etwas unbeholfen wirkte. IMG 2452Die Stimmung im Gästeblock war während der 90 Minuten eher mau, was sicherlich auch dem klaren Spielverlauf und der daraus resultierenden fehlenden Stimmung geschuldet war. Schade. Da konnte auch das Stimmungsfeuerwerk nach der Halbzeit nur kurzzeitig etwas ändern. Von den Portugiesen war akustisch ebenfalls nur sehr wenig wahrzunehmen. Interessant ist die Fankonstellation der Portugiesen. Während im South Stand hinter dem Tor die zahlenmäßig größeren „Super Dragões“ beheimatet sind stehen in der Nordwestkurve die „Colectivo Ultras 95“, die insbesondere mit einer kleinen Bengalo-Aktion gegen Spielende in Erscheinung traten.

IMG 2462Nach dem Spiel folgte eine letztlich ähnlich sinnbefreite Blocksperre wie fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor in Turin. Etappenweise führten uns die Cops aus dem Stadion, sie stoppten immer wieder scheinbar willkürlich, wobei der Unmut im einsetzenden Regen unter den Schwarzgelben zunahm, bis sich die Cops irgendwann schlagartig verzogen und den Weg endlich freigaben.

Es folgte ein letzter Restaurantbesuch, um sich für die Nacht zu stärken. Leider erwischte der Autor dieser Zeilen dabei einen gemischten Fleischteller, der eher an eine Mischung aus Sheba und Frolic erinnerte, aber immerhin ausreichte, um den Hunger zu besiegen - ein Genuss, der wohl eher einem Masochismus gleichkam. Besser hätte man es den anderen nachgemacht, die mit Francesinha eine delikate Spezialität aus Porto bestellten, ein Sandwich aus Toast und verschiedenen Fleischsorten, übergossen mit einer Soße aus Tomaten, Bier und Senf.

IMG 2473Am Freitagmorgen begaben wir uns schließlich früh zum Flughafen mit der Hoffnung auf ein attraktives Los für das Achtelfinale. Mit Tottenham Hotspur ist dieser Wunsch letztlich auch in Erfüllung gegangen, die Kunde verbreitete sich direkt nach der Landung in Windeseile an Bord. Und so steht in knapp drei Wochen bereits die nächste spannende Auswärtstour an. Borussia Dortmund international! (DM)

Unverantwortliche Pyro-Aktion trübt die positiven Reise-Eindrücke

IMG 1035Was wurde im Vorfeld nicht alles geschrieben? Man konnte den Eindruck bekommen, dass man sich in einen Bürgerkrieg stürzen würde, wenn man das Auswärtsspiel des BVB bei PAOK Saloniki besuchen würde. Doch die Warnungen vor Mord und Totschlag in Thessaloniki entpuppten sich als blanke Hysterie. Natürlich, in Trikot, mit Schal und laut grölend hätte man sicher an der einen oder anderen Stelle in der Stadt Probleme bekommen - doch das wäre sicherlich als Schwarzgelber in Buer, Rheydt oder Fröttmaning nicht anders. Uns ist allerdings kein einziger Fall von Übergriffen in den letzten Tagen bekannt. Im Gegenteil!

In ziviler Kleidung konnte man sich in all den Tagen wunderbar durch die Stadt bewegen. Erste Anlaufstation am Mittwochabend war das Stadion von Aris, Kleanthis Vikelidis, wo sich ein fröhliches Miteinander mit den Anhängern von Aris entwickelte.

IMG 1020Am Spieltag selbst war bei einem Spaziergang zum Hafen ebenfalls keine gereizte Stimmung auszumachen und kein Unterschied zu einem vermeintlich „normalen“ Auswärtsspiel auszumachen. Die Sehenswürdigkeit der Stadt, der Weiße Turm, diente am späten Nachmittag schließlich als Anlaufpunkt für alle BVB-Fans. Mit Reisebussen - und nicht in Linienbussen wie etwa in Istanbul oder Turin - ging es recht problemlos direkt vor den Gästeeingang des Paok-Stadions Toumba. Die Kontrollen waren zwar wie erwartet akribisch und wurden mehrfach hintereinander vorgenommen (nach dem fünften Anheben der Mütze schien auch der letzte Ordner zu glauben, dass dort wirklich nichts hereingeschmuggelt wird), doch traten die Ordner dabei in der Breite keineswegs unfreundlich auf, wie es zu befürchten war. 

Etwas überfordert schienen die Verkäufer am „Bierbank-Imbiss“ im Block zu sein, doch nach einigen Anlaufproblemen kam die Sache auch hier ins Rollen. Auch wenn die fertig verpackten Baguettes nun wahrlich nur den Zweck des Überlebens erfüllten und keine Geschmackseuphorie auslösten.

IMG 1031Beeindruckend war die Stimmung auf den Rängen der Gastgeber. Im Ranking der letzten Jahre liefern sich Paok und Napoli objektiv betrachtet ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Gästeblock gab es nicht den Hauch einer Chance, um akustisch gegen die Griechen anzukommen. Allerdings war die Stimmung im schwarzgelben Bereich unterm Strich nicht einmal Euro-League-würdig. Die überragende Atmosphäre von den Paok-Rängen verflachte nach dem Anstoß jedoch ebenfalls zusehends. Nichtsdestotrotz wäre es ein Traum, wenn auch in Dortmund einmal das ganze Stadion aufstehen und bei dem einen oder anderen Gesang mitmachen würde, wie dies in Saloniki die Paok-Fans vormachten.

IMG 1032Einen Bärendienst erwiesen dann jedoch einige schwarzgelbe Fans zu Beginn der zweiten Halbzeit all jenen, die sich für den kontrollierten Einsatz von Pyrotechnik in den Stadien einsetzen. Was zunächst noch den Anschein einer kontrollierten Bengalo- und Rauch-Show erweckte, verwandelte sich schnell in eine sinnlose Provokation von Polizei und Ordnern. Denn leider schien die Pyro in Saloniki ausschließlich als Waffe zu dienen, wurden die Fackeln doch umgehend in Richtung der Sanitäter vor, der Polizisten im Block sowie den Paok-Anhängern nebenan geschleudert. Es kam, wie es kommen musste: Die Polizei sah sich zum Einschreiten gezwungen, was wiederum eine panikartige Flucht der BVB-Fans in den oberen Bereich des Blocks zu Folge hatte, in dem es fortan sehr ungemütlich eng wurde.

Nicht nur, dass das bloße Werfen von Pyrotechnik in Menschengruppen völlig unverantwortlich und verachtenswert ist, auch die Konsequenz hätte für die knapp über 1.000 Borussen böse ausfallen können. Wer erinnert sich nicht an die Bilder der prügelnden Polizisten vor ein paar Wochen in Piräus? Doch glücklicherweise reagierten die Cops in Saloniki besonnener als ihre Kollegen in Piräus, sodass die Aktion im Block relativ schnell erledigt war. Einige Personen wurden verhaftet und aus dem Block geführt. Die Stimmung war in der Folge erst recht im Eimer, ein organisierter Support fand nicht mehr statt, woran auch der Ausgleich zum 1:1 nichts ändern konnte.

IMG 1037Nicht verschweigen darf man an dieser Stelle die miese Funktion, die einige „Ordner“ im Gästeblock spielten. Denn schnell verschwand die eine oder andere BVB-Fahne und tauchte wenig später in der Heimkurve als Trophäe wieder auf. Darauf sollte die Uefa in ihrer Sanktionierung auch ein Auge haben.

Die Blocksperre nach dem Spiel dauerte knapp über eine Stunde. In dieser Zeit fühlten sich zahlreiche Paok-Fans zu einem Platzsturm in Richtung des Gästeblocks bemüßigt, wurden jedoch schnell von Ordnern und Cops wieder in ihre Kurve zurückgetrieben. Die restliche Zeit während der Blocksperre verbrachten einige lächerliche Paok-Gestalten im leeren Stadion damit, irgendwelche unverständlichen Pöbeleien Richtung Auswärtsblock abzusondern.

IMG 1039Der Abtransport wahlweise zum Flughafen oder zurück zum Weißen Turm verlief beim Einstieg in die Busse zwar extrem chaotisch, doch nach geraumer Zeit hatte endlich jeder einen Platz in einem Bus zum persönlichen Ziel ergattert. Zwar flog während der Fahrt noch ein Bierglas an die Scheibe eines Busses, doch das kann einem im Pfälzer Hinterland von einem besoffenen Landwirt ebenso passieren, sodass auch die Rückfahrt insgesamt absolut sicher vonstattenging.

Alles in allem war es also abseits des Platzes ein sehr interessanter Ausflug in eine völlig fußballverrückte Stadt, der jedoch durch die Vorkommnisse im Block mitsamt den noch unabsehbaren Folgen einen mehr als bitteren Beigeschmack erhalten hat. Wichtig ist jetzt insbesondere auch die interne Aufarbeitung dieser Vorfälle und entsprechende Konsequenzen, dass sich solche Szenen nicht wiederholen (warum sind wir nach dem Derby 2013 eigentlich schon wieder an genau diesem Punkt?). Denn hier schaden einige Personen dem Ansehen des gesamten Vereins sehr massiv und bringen - selbstverständlich neben den Zielen ihrer Angriffe - auch die gesamte eigene Borussen-Familie im Block in Gefahr. (DM)

Feuer und Flamme für Borussia beim Ballklubb

OddsBK 3Was für ein Europapokalspiel! So langweilig die Quali-Runde in Klagenfurt auch war, so spannend war doch das Playoff-Hinspiel in Norwegen. Ein Gegner in einem kleinen, aber charmanten Fußball-Stadion bei einem begeisterungsfähigen Publikum und ein stimmgewaltiger Gästeblock. Die Reise in den Süden Norwegens würde ich in meiner persönlichen Highlight-Skala direkt hinter dem Champions-League-Spiel in Neapel vor rund zwei Jahren einordnen.

Zugegeben, unmittelbar nach der Auslosung war dieser Gegner, Odds Ballklubb, eine große Unbekannte. Eigentlich hatte wohl noch niemand den Namen vorher gehört, einordnen konnte den Verein daher auch niemand so wirklich. Doch die ersten Ergebnisse der Internet-Recherche versprachen eine interessante Reise. Alleine das bereits 1923 eröffnete und 2008 zuletzt renovierte Stadion in Skien deuteten auf eine interessante Reise hin: Vier freistehende Tribünen in einem Stadion mit Charakter, zu dem auch der Kunstrasen seinen Teil beiträgt. Die Gastfreundlichkeit der Norweger zeigte sich auch recht schnell darin, dass sie über die regulären fünf Prozent der Gästetickets hinausgehend dem BVB die gesamte Nord-Tribüne zur Verfügung stellten, sodass dem reisefreudigen Dortmunder Anhang rund 2000 Karten zur Verfügung standen. Diese wurden jedoch gar nicht komplett abgerufen - was sich letztlich auf die Stimmung alles andere als negativ auswirken sollte.

OddsBK 1Per Bus und Fähre erreichten wir das Stadion erst kurz vor dem Anpfiff gegen 18 Uhr. Die kurze Fahrt durch die Stadt reichte, um einen recht idyllischen Eindruck zu vermitteln. Ab ins Stadion. Der obligatorische Begegnungsschal kostete 200 Kronen, umgerechnet rund 21 Euro - ein echter Schnapper. Die 50 Kronen für ein Stück Pizza und den halben Liter koffeinhaltigen Zuckerwassers bewegen sich mit umgerechnet etwas über fünf Euro hingegen im national wie international üblichen Rahmen. Und Bier, in das die Norweger den Preisen zufolge immer ein bisschen Gold zu mischen scheinen, gab es im Stadion ja eh nicht.

Rund 1500 Borussen fanden sich schließlich in Skien ein, um den Ballspielverein zu unterstützen. Und anders als in der vorherigen Runde in Klagenfurt waren nur vereinzelte Fußball-Touristen im Publikum auszumachen, den Gästeanhang bildeten durchweg supportbereite Schwarzgelbe. Entsprechend entwickelte sich über die 90 Minuten eine anhaltende und lautstarke Kulisse, die optisch durch zahlreiche Freudenfeuer untermalt wurde. So sehenswert dies auch war, abzulehnen und zu kritisieren sind hierbei jedoch die Böller, die vereinzelt auf den Kunstrasen geworfen wurden - das ist Unsinn und schadet der Kampagne zur Legalisierung von Pyrotechnik extrem! Zu belächeln ist trotzdem ein Kommentar im WDR-Fernsehen in der „Lokalzeit Dortmund“ vom Freitagabend, der mal wieder ein Musterbeispiel für mediale Hetze und Unwissenheit darstellt.

OddsBK 2Begünstigt von dem Spielverlauf - schnell führte der Außenseiter sensationell mit 3:0 - machten auch die Heimtribünen lautstark auf sich aufmerksam. Vor dem Spielbeginn zeigte der Heimblock eine für seine Verhältnisse ansehnliche Choreo von einer Europakarte in schwarz-weißer Schraffur und dem Banner „This continent isn’t big enough for the both of us“. Glücklicherweise besinnte sich die Borussia noch rechtzeitig auf ihre Stärke, sodass am Ende klargestellt wurde, wer von den beiden Vereinen der sportlich stärkere in Europa ist.

Mit der ersten Fähre am Freitagmorgen um 8 Uhr traten wir den Heimweg an und fielen gegen Mitternacht erschöpft, aber mit einer Menge positiver Impressionen ins Bett. Heute gab es eine Zwischenvisite bei den Amateuren und morgen Früh geht es direkt weiter - auswärts beim Aufsteiger Ingolstadt. Da droht dann wiederum wieder ein langweiliges Stadionerlebnis wie in Klagenfurt. (DM)

 

 

Euro League im Kärntener Altersheim

2Euro League - das versprach so viel Spannendes, so viel Neues: Man träumte von attraktiven Zielen in Osteuropa, auf dem Balkan, in Schottland oder Irland. Umso ernüchternder war schließlich die Realität: Der BVB sollte einen Bogen um die hochattraktiven Reiseziele und so manchen international bekannten Traditionsverein machen und stattdessen nach Österreich aufbrechen. Der Gegner hieß Wolfsberger Athletik Club. 1931 gegründet, ist der Verein aus der rund 25.000 Einwohner umfassenden Stadt in der Lavanttal-Arena beheimatet. Da diese mit 7.300 Plätzen jedoch zu klein erschien, wichen die Kärntener ins etwa 60 Kilometer entfernte Klagenfurt aus. Klagenfurt am Wörthersee hieß also das erste Ziel in der Euro-League-Quali - wer hätte sich nach so einem derartigen Reiseziel nicht sofort die Finger geleckt? Oder, wie es Jens Volke unmittelbar nach der Auslosung angesichts eines ebenso möglichen Gegners Hapoel Kiryat Shmona via Twitter formulierte: „Du träumst von Israel und bekommst Kärnten.“

1Nun ist es so, dass der Verein WAC über eine kaum nennenswerte Fanbasis verfügt - den „Heim-Block“ hinter dem Tor bildeten vielleicht grob und wohlwollend überschlagene 45 Personen - nein, auch in der Stadt Klagenfurt schien niemand wirklich zu wissen, welches Ereignis neben der Beach-Volleyball-Europameisterschaft denn da am Abend in ihrer Stadt stattfinden würde. Und so waren die interessierten Nachfragen der Einheimischen, wieso denn so viele Fußballfans in der Stadt seien, leider die Regel. In den darauf entstehenden Gesprächen gaben sich die Klagenfurter sodann als große BVB-Sympathisanten aus und wünschten der Borussia alles Gute. Ich kann ein Europapokal-Auswärtsspiel nicht ernst nehmen, wenn man von den Einheimischen in all der Zeit vor Ort nicht ein einziges Mal bepöbelt wird (von den besoffenen und zu belächelnden Ösi-Teens auf der Wiese einmal abgesehen, die mit drölf Promille im Blut am Rande des Weges zum Stadion „Mario Götze“- und „Bayern München“-Lallchöre anstimmten).

Die Stadt selbst ist auch eher eine Metropole der Langeweile - wenn man sich mit 70 Lenzen mal von den lauten Florian Silbereisen und Helene Fischer im Fernsehen erholen möchte, dann ist man in Klagenfurt ganz gut aufgehoben. Hervorzuheben sind jedoch die guten Gaststuben, in denen leckere Speisen und Getränke kredenzt werden. Die Einheimischen sind zudem sehr aufgeschlossen und hilfsbereit - aber das ist das Personal im Altersheim auch.

3Das Spiel im mit 30.250 Zuschauern ausverkauften Wörthersee-Stadion passte eigentlich in das Bild, das sich bot in einer Region, die mit Fußball irgendwie nichts am Hut zu haben scheint. Der lautstarke Gästeanhang sollte vor dem Spiel durch das maximale Aufdrehen der Stadionanlage übertönt werden. Der peinliche Stadionsprecher versuchte sodann jedoch einen Stimmungswettstreit zwischen - Zitate! - „Deutschland“ und „Österreich“ vom Zaun zu brechen - und scheiterte damit ebenso kläglich wie die von ihm provozierte Welle, die gleich von zwei Tribünen gleichzeitig in verschiedene Richtungen losschwappte. Wer einmal ein DFB-Länderspiel besucht hat, der kann sich annähernd vorstellen, was am Donnerstag in Klagenfurt im Stadion los war.

Den Tiefpunkt bildete das Lied „Cowboy und Indianer“ als Stimmungsmacher kurz vor dem Wiederanpfiff nach der Halbzeitpause. Dass bei jeglichen Standardsituationen der Wolfsberger zwei klatschende Hände auf der Anzeigetafel als Aufforderung eingeblendet wurden - lächerlich. Hier herrscht(e) eine Fußball(fan)kultur, die so gar nicht nach meinem Geschmack war. Fraglich nur, warum eigentlich - den Berichten der einheimischen Presse zufolge - bei diesem Europapokalspiel mit totalem Sommertestkick-Charakter 250 Polizisten eingesetzt werden mussten...

Im Rückspiel am Donnerstag heißt es nun irgendwie die Playoffs zu erreichen - in der Hoffnung, dass es dann ein attraktives Los gibt und man auswärts auch so etwas wie Fußballstimmung aufbauen kann. (DM)

Erster Bus nach Ingolstadt

Hallo zusammen, vielen Dank für die vielen Anfragen. Leider müssen wir euch mitteilen, dass wir erst gegen Ingolstadt einen eigenen Bus einsetzen werden. Die Anmeldung dafür wird hier und bei Facebook bekannt gegeben.

Ein Wahnsinnsabend in Fröttmaning

München1Die Borussia im Pokalfinale. Der Traum von Kloppos Abschied auf dem Lkw am Borsigplatz geht weiter: Was für ein Abend in München!

Und wieder einmal stellt sich die Frage: Kann der BVB seine Spiele nicht normal gewinnen? Muss es immer dieses Drama sein, dass man auf der Tribüne Angst vor einem Kreislaufkollaps oder einem Herzinfarkt haben muss? Nein, offenbar gehört die Tragik mittlerweile zum BVB dazu. Und wenn man dachte, dass Malaga kaum noch zu toppen wäre, dann konnte man sich dieses Pokal-Halbfinale nicht in den kühnsten Träumen ausmalen.

Was war der Jammer groß, auch bei mir, als Rico Weiler irgendwann in der Nacht zwischen dem 8. und 9. April in der Sportschau die Vorschlussrunde des DFB-Pokals ausloste. Der Fußballer des KFC Uerdingen bescherte uns doch das scheinbar aussichtsloseste Spiel: Bayern München. Und dann auch noch auswärts. Ich nahm mir spontan vor, in der kommenden Saison - ggf. mit unserer zweiten Mannschaft - in der Regionalliga West in die Grotenburg zu fahren, nur um Rico Weiler dort 90 Minuten lang für den Bärendienst zu bepöbeln. Doch nach der ersten Ernüchterung stellte sich überraschenderweise - zumindest bei mir - zunehmender Optimismus ein. Je näher das Spiel kam, desto sicherer wurde ich mir, dass wir vielleicht nicht unbedingt weiterkommen, aber doch mindestens ein sehr gutes Spiel abliefern würden. Als dann auch noch endgültig feststand, dass die „Sieggarantie“ Mitch Langerak im Tor stehen würde, da war der Ausgang des Spiels ja eigentlich schon in seinen Grundzügen vorgezeichnet.

Nach rund achtstündiger Fahrt erreichten wir das Schlauchboot in Fröttmaning - zum gefühlten 397. Mal in den vergangenen Jahren. Auch im Pokal ging es jüngst schon hierher - am 27. Februar 2013 setzte es jedoch ein 0:1. Das sollte und musste in diesem Jahr anders werden. Der Bedeutung des Spiels waren sich auch die rund 8.000 Dortmunder im Stadion bewusst - die Stimmung war von der ersten Minute an eines Halbfinales vollkommen würdig. Dies ist durchaus eine Erwähnung wert, ließ der Support zuhause wie auswärts in letzter Zeit doch oftmals sehr zu wünschen übrig. Doch leider zahlten die Schwatzgelben auf dem Rasen nur sehr wenig bis nichts zurück. Sie lieferten eine erschreckend nachlässige Vorstellung, und davon, dass diese Elf „auf Krawall gebürstet“ sein soll, wie Kloppo es vor dem Spiel angekündigt hatte, war relativ wenig zu spüren. Das Spiel erinnerte vielmehr in fataler Weise an den lethargischen Auftritt im letztjährigen Pokalfinale, just gegen die Bayern. Man musste sich mit dem Gedanken anfreunden, dass die Bazis vollkommen verdient am 30. Mai 2015 in Berlin antreten würden. Deren Südkurve präsentierte übrigens vor dem Spiel noch eine Choreo, für die man sie eher mitleidig belächelte. Man erkannte zwar, was es werden sollte, doch die Ausführung ließ sehr zu wünschen übrig. Es ist nicht die erste verbaselte Choreo nach Münchener Art.

München2Doch dann, aus dem Nichts, die Wende: Aubameyangs Schuss kann UGE-Manuela in der 75. Minute erst hinter der Linie festhalten. Ein Tor, dass bei den 22 Aktiven auf dem Platz einen Schalter umzulegen schien: Bei Bayern ging in der Folge wenig, Borussia rannte sich nun die Lunge aus dem Hals - und hätte sich sogar fast noch in der regulären Spielzeit dafür belohnt. Der Gästeblock kochte - und erinnerte an die Auftritte in den beiden Meisterjahren, als die Stimmung im dritten Rang in gefühlten 781 Metern Höhe kurz unterm Stadiondach regelrecht auf den Rasen überschäumte. Verlängerung, Platzverweis - die Minuten krochen dahin, es gab nur ein Ziel: Irgendwie ins Elfmeterschießen retten. 3 Minuten Nachspielzeit angezeigt - in der 120. Minute! Und auch nach diesen Minuten hängte Schiri Gagelmann noch einmal eine weitere dran. Sekunden, die sich anfühlten wie eine Stunde - zumal mittlerweile wieder ein Bayern-Angriff nach dem anderen auf das schwatzgelbe Tor zurollte. Abpfiff.

„Langerak! Langerak!“ schallt es lautstark aus 8.000 Kehlen. Der Puls auf Anschlag. Lahm verschießt. Jubel. Erleichterung. Gündogan versenkt. Xabi Alonso scheint ebenfalls das falsche Schuhwerk gewählt zu haben. Kehl versenkt locker. Langerak pariert gegen G***e. Zuversicht wandelt sich allmählich in Überzeugung: Wir fahren nach Berlin!? N***r nagelt den Ball an die Latte! Aus! Finale! Unbeschreibliche Momente im Schlauchboot. Und Genugtuung, nach all den bitteren Pleiten gegen diesen Gegner, allen voran im Champions-League-Finale 2013 und im Pokal-Endspiel 2014.

Der Moment des Abends sollte jedoch noch bevorstehen. Das Elfmeterschießen war bereits eine knappe Viertelstunde her, alle Beteiligten hatten den Platz bereits verlassen, da stürmte aus dem Nichts Jürgen Klopp in völliger Ekstase aus dem Innenraum in Richtung Gästeblock und offenbarte, dass er sich doch auch ein klein wenig über den Erfolg freut. Unfassbar, dass dieser Trainer bald weg ist. Doch er bekommt ein, sein Abschiedsspiel. Und dann fährt er am 31. Mai im Lkw über den Borsigplatz - ganz egal, wie das Finale gegen Arminia Bielefeld ausgehen wird.

Eine kleine Schrecksekunde gab es schließlich noch vor der Rückfahrt zu überstehen. Ein leichtes Durchschmoren irgendeiner Bordelektronik hüllte den hinteren Busteil in beißenden Rauch. Doch auch dieser Defekt konnte behoben werden und nach kurzem Durchlüften ging es gegen Mitternacht auf den Weg nach Hause. (DM)

Nach dem Traum einer Pizza im GTA-Style durchs Piemont

Turin6Turin - der Ausflug in das Piemont geriet zu einer touristisch größeren und sportlich kleineren Enttäuschung. Nun gebe ich zu, dass ich mich im Vorfeld nicht sonderlich mit der Stadt beschäftigt habe - aber dennoch hätte ich von der norditalienischen Metropole mehr erwartet, als sie letztlich zu bieten hatte. Auf dem Weg zum Treffpunkt am Corso Vittorio Emanuele II - die anreisenden Busse wurden vor den Toren der Stadt gesammelt und per Polizei-Eskorte in die Stadt geleitet - präsentierte sich die vorbeiziehende Stadt als eher unschöne Industrie-Siedlung, unterbrochen lediglich von einem kurzen ansehnlichen Stück, das den Eindruck einer historischen Altstadt erweckte.

Turin2Ob diese Impressionen nun Turin tatsächlich gerecht werden - ich vermag es nicht abschließend einzuschätzen, da sich unser Aktionsradius nach der Bus-Ankunft am Dienstagmittag weitgehend um den Corso Vittorio Emanuele II erstreckte. So wenig die Stadt dort touristisch zu bieten hatte, so sehr bot sie jedoch kulinarisch allerfeinste Spezialitäten auf die Gabel. Die Wahl fiel auf das „Masaniello e Turnat“ in der anliegenden Via Ormea, 1/B. Einige mögen behaupten, es habe sich doch lediglich um eine normale Pizza mit ein bisschen Salat gehandelt, ich entgegne dem: Turin1Es war der Traum einer Pizza und eines Salates. Entgegenkommen sollte uns zudem, dass die Betreiberin offenbar eine Anhängerin des mit Juve rivalisierenden FC Turin ist, sodass sie direkt zum Schaltausch bat. Die restliche Zeit bis zur Abfahrt der Shuttle-Busse zum Stadion ließ sich im Pub „Texas Ranger“ ganz gut totschlagen.

Turin3Ab 17 Uhr sollten ebendiese Shuttle-Busse in Richtung Stadion rollen. Hier zeigten sich die Turiner aber zunächst weniger geschickt als beispielsweise die Istanbuler. Gab es seinerzeit im Herbst noch ausreichend Busse, sodass alle Borussen in einem einzigen Konvoi zum Stadion geleitet werden konnten, so fanden sich zunächst nur vier mickrige Busse am Treffpunkt ein. Entsprechend groß war das Gedränge. Nach und nach tröpfelte immer mal wieder ein Bus ein, sodass allmählich alle Borussen den Weg zum Juventus Stadium fanden.

Turin4Einmal einen Platz im Bus ergattert, so sollte sich auch zeigen, warum die Busse immer nur vereinzelt den Weg zum Fan-Treff fanden. Eskortiert von Moped- und Auto-Streifen bewegten sich die Busse unter Umgehung einer vermutlich auch in Turin geltenden Straßenverkehrsordnung in Richtung Stadion. Abrupte Abbiege-Manöver in letzter Sekunde auf Weisung des vorausfahrenden Moped-Cops gehörten dabei ebenso zur Routine für die Busfahrer wie ruckartiges Anfahren auf eine Kreuzung bei eigenem Rotzeichen. Die Beschreibung GTA-Style trifft die Anreise wohl ganz gut - auch wenn ich mir immer noch nicht sicher bin, ob die Cops zu jeder Zeit überhaupt noch wussten, wo man sich gerade eigentlich befand und wie der richtige Weg zum Stadion aussah.

Turin5Nach einer rund 45-minütigen dauernden Abenteuerfahrt durch den Turiner Feierabendverkehr - erstaunlich war übrigens, dass man, wie schon den gesamten Tag über, wesentlich mehr wohlwollende als ablehnende Gesten der Turiner erntete - ragte endlich das Juventus Stadium vor uns empor, das auf dem Grund des alten Stadio delle Alpi errichtet und im Jahr 2011 eröffnet wurde. Man kann nun jedoch wahrlich nicht behaupten, dass man dort mit offenen Armen empfangen worden wäre. Bei der Busankunft bildeten die Cops in voller Montur eine Kette, die einen zum Gästeeingang geleiten sollte. Etwas nervös konnte man im Bus werden, wenn man draußen vor der Ausstiegstür bereits die behelmten Cops betrachtete, wie wiederum sie nervös wirkend mit dem Schlagstock auf ihre Plastik-Schilde eintrommelten. Beim Verlassen des Busses gaben sie auch direkte Anweisungen, ein Warten auf den Rest der Gruppe wurde nicht gestattet, jeder musste sich auf direktem Wege zum Gästeeingang begeben. Hallo, Gastfreundlichkeit!

Gesteigert werden sollte dies noch durch die Eingangskontrollen. Hier zeigten sich die Italiener von ihrer gründlichen Seite. Abgetastet wurde bis auf den Schlüpper - und leider auch weit darunter hinaus. Nicht alle, aber doch sehr viele Borussen durften zudem auch die Schuhe ausziehen. Der Cop übernahm dann die Aufgabe, den Straßendreck des Tages auf dem Asphalt abzuklopfen. Eine nette Geste.

Turin10Der Aufgang zum Gästeblock ist völlig steril gehalten und durch Metallgitter komplett vom Heimbereich abgegrenzt. Das Stadion selbst - charakteristisch sind die beiden in den Himmel ragenden Dachträger auf beiden Hintertor-Seiten - ist jedoch im Vergleich zu vielen anderen neugebauten Arenen auf dem ganzen Kontinent als eine der lebhafteren und charakteristischeren einzustufen. Die Juve-Anhänger zeigten insbesondere vor und zu Beginn des Spiels, was in dem Stadion für eine beeindruckende Stimmung herrschen kann, sofern alle mitziehen. Der Bedeutung des Spiels angemessen präsentierte der Juve-Anhang auch eine recht ansehnliche Choreo. Im Verlauf der zweiten Halbzeit ebbte der Support der Heimfans jedoch zusehends ab.

Turin7Zwischendurch brachte Juves Heimkurve ihre Ablehnung gegenüber dem BVB sowie den mit Teilen der Dortmunder Ultras befreundeten Lagern aus Catania und Napoli zum Ausdruck. Auf den auf Deutsch gehaltenen Transparenten hieß es: „Der Freund meines Feindes ist mein Feind - Dortmund Scheiße - Catania Merda - Napoli Colera“.

In den direkt angrenzenden Bereichen unseres Gästeblockes auf der „Tribuna Ospiti 1^ Anello“ waren beide denkbaren Reaktionen der Turiner Fans zu beobachten. Einige kamen an die Trennscheibe und signalisierten ihren Willen zum Schaltausch, andere wiederum zogen ihre Daseinsberechtigung an diesem Abend aus penetrant-nervigen Dauer-Provokationen, aus denen sich heraus das eine oder andere amüsante Wortgefecht entwickelte. Die Ordner mussten zudem mehrmals in den angrenzenden Blöcken eingreifen und zumeist dort sitzende Dortmunder Fans sicherheitshalber hinausbegleiten.

Von schwarzgelber Seite entwickelte sich hingegen unterm Strich kein überbordender Support, von dem man noch in einigen Jahren sprechen wird. Als nachteilig entpuppten sich hier insbesondere die fehlenden Trommeln und Megafone, die im Vorfeld bereits verboten worden waren. Zwar versuchte sich der vordere Bereich des Unterranges, der vornehmlich von TU bevölkert wurde, redlich, doch der Funke wollte nie wirklich und dauerhaft auf den Rest überspringen.

Turin8Ein Vorbild an dem Juventus Stadium kann sich übrigens insbesondere Werder Bremen nehmen. Blockiert einem an der Weser die extrem dämlich angebrachte Anzeigetafel nicht nur die Sicht auf das Spielfeld, sondern natürlich auch die Sicht auf die genau gegenüber angebrachte Anzeigetafel, so wurde zumindest der letztgenannte Aspekt in Turin dadurch gelöst, dass auf der Hinterseite der Anzeigetafel eine kleine weitere Leinwand eingebaut wurde, sodass man auch hinter dem Tor einen Blick auf die Spielzeit werfen kann.

Nach dem Schlusspfiff garantierte eine doppelte Ordnerreihe sowie die dahinter postierte und sich lässig unterhaltende Polizei die international übliche Blocksperre, die sich nach rund 40 Minuten endlich aufzulösen begann - scheinbar. Die Polizisten zogen plötzlich völlig deeskalierend ihre Helme auf und brachten Schilde und Schlagstöcke in Position - und zogen sich zurück. Turin9Zwar konnte man nun den Block verlassen, doch unten vor dem Stadion zogen die Cops nun an den Eingangsdrehkreuzen eine neue Sperre auf, diesmal ohne entspannte Dialoge untereinander, dafür in kompletter Montur und vorne postierten Schutzschilden. Abermals tat sich minutenlang nichts - eine Info, was nun genau weiter passieren wird und wann wir zu unseren Bussen - die zwischenzeitlich aus der Stadt vor das Stadion geleitet wurden - durften, gab es nicht.

Das Gelände rundherum war weit jenseits der 23-Uhr-Grenze bereits menschenleer - und wenn die Cops einen Angriff seitens italienischer Gruppen befürchtet haben, so waren sie mit ihrer Verteidigungshaltung in unsere Richtung falsch postiert. Seitens des Dortmunder Lagers gab es jedenfalls nicht die geringste Lust auf Aktionen, wie sie beispielsweise Feyenoord Rotterdam in der vergangenen Woche in Rom zeigte, sondern wir wollten einfach nur in die Busse und nach Hause. Irgendwann, aus heiterem Himmel, lösten die Cops ihre Sperre auf und gaben den Weg endlich frei. Die mittlerweile aufgestaute Wut brach sich nun in dem einen oder anderen hitzigen Wortgefecht Bahn und wieder einmal gab es ein Parade-Beispiel dafür, wie eine völlig verfehlte Polizeitaktik bei einer friedlich eingestellten Masse erst zu aufkommenden Emotionen führt.

Das Spiel als solches ging zwar leider verloren, doch mit dem 1:2 kann man wohl dennoch nicht ohne Zuversicht in das Rückspiel am 18. März gehen. Es bleibt also zu hoffen, dass der Ausflug nach Turin auf absehbare Zeit noch nicht der letzte Trip durch Europa gewesen ist. (DM)

Info für Hamburg-Fahrt

fahrtenDie Fahrt nach Hamburg werden wir in diesem Jahr anders als üblich gestalten. Wir werden am 7. März direkt nach dem Spiel wieder die Heimreise antreten und nicht bis Mitternacht in Hamburg bleiben. Dies hat eine Abstimmung innerhalb der mitfahrenden Mitglieder entschlossen.

Anmeldungen unter:
http://bvb-supporters-lennetal.de/index.php/anmfahrten

Auswärts in Leverkusen

Hallo Freunde,

die Rückrunde geht bald wieder los und damit auch wieder unsere Bustouren. Ihr könnt euch ab sofort für unseren Bus nach Leverkusen am 31.01. anmelden.

Die Abfahrtsorte werden Hagen, Lüdenscheid und Dortmund sein.

Der Fahrpreis liegt bei 17,00€ pro Person.

Karten bieten wir nur uns ausschließlich für unsere Mitglieder an.

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Frankfurt der Lichtblick einer tristen Woche

Paderporn1Drei Auswärtsspiele in acht Tagen. Zum Abschluss des trüben Novembers durfte oder musste die schwarzgelbe Karawane noch einmal ordentlich Kilometer abspulen. Mit der Wellblechhütte in Paderborn und dem Stadion in London warteten dabei zwei eher unattraktive Ziele, einzig das Waldstadion in Frankfurt ließ Erinnerungen an vermutlich bald vergangene Fußballzeiten lebendig werden.

Das Positive an Paderborn vorneweg: Es war ein neuer Stadionpunkt. Dies war es dann aber auch schon. Ein Verein irgendwo aus Ostwestfalen, zu dem einem nicht ein einziges Schmählied einfällt - das sagt eigentlich schon alles. Aus dem Nichts bereichert dieser Verein nun also die Bundesliga - und so wie es momentan aussieht sogar für länger als eine Saison. Mitten auf einer Weide, auf der wohl bis vor einigen Jahren noch glückliche Land-Kühe grasten, steht da nun die Wellblechhütte, die von außen eher an eine Eishockeyhalle als an ein Fußballstadion erinnert.

Den ersten Eindruck konnte das Stadion von innen nicht widerlegen. Auch in Paderborn wurde eine dieser charakterlosen 08/15-Arenen hochgezogen, in denen man nicht weiß, ob man sich nun eigentlich gerade in Wolfsburg, Augsburg oder Hoffenheim befindet. Leider sollte sich das Spiel der Borussia diesem trostlosen Stück Bundesliga-Land anpassen und eine gefühlte 2:2-Niederlage einfahren. Und hey, liebe Hetzer einer großen deutschen sogenannten Zeitung, wenn ihr euch für das interessieren würdet und Ahnung davon hättet, worüber ihr so in eurem pseudojournalistischen Drecksorgan schwafelt, dann hättet ihr nach dem Schlusspfiff die Reaktionen aus dem Gästeblock registriert und nicht einige Tage später von den „Kuschel-Fans“ schwadroniert. Hermann Löns, die Heide brennt!

Nun ja, alles in allem hätte der Ostwestfale jedenfalls letztlich von der Milch der vertriebenen Kühe vermutlich mehr als vom SCP. Hühner könnten da auch leben auf einem Bauernhof, dann hätte man neben frischer Milch sogar noch Hühnerbeine und Eier - so hat man halt den SCP.

LondonNach der sportlichen wie fankulturell-stadionarchitektonischen Ernüchterung aus Paderborn führte der Weg direkt weiter nach London. In der britischen Metropole wartete bereits zum dritten Mal innerhalb von drei Jahren ein Duell mit dem Arsenal Football Club. Langweilig. Aber halt eine Pflicht. Also hin. Und trotz des - hochverdienten - Sieges ergab sich das in den 1990ern und Anfang der 2000er herangezüchtete neue Stadionpublikum, das an die Stelle des alten englischen Pöbels rückte, in völliger Lethargie. Nun war die Reise nach London bereits die fünfte Fahrt nach England innerhalb von drei Jahren - und bei den vorherigen Malen gab es nie Probleme mit der Polizei, ganz im Gegenteil, die englischen Cops stellten geradezu ein Musterbeispiel dar, das man sich so auch an und in deutschen Stadien wünschen würde.

Doch dieses Mal war es anders. Nachdem rund die Hälfte der schwarzgelben Gästefans am Ende des Fanmarsches - der leider auch nicht ansatzweise das Flair des 2011er-Marsches entfalten konnte, stattdessen aber ein tiefes Meer hochgehaltener Smartphones entwickelte - bereits ins Stadion gelassen wurde, tat sich plötzlich gar nichts mehr. 10 Minuten. 20. 30. Es ging keinen Meter voran. Die Eingänge wurden offenbar dichtgemacht. Dazu gab es keinerlei Informationen, was nun eigentlich Sache war, ob und wann es denn noch mal weitergehen würde mit den Eingangskontrollen. Stattdessen kamen die Cops plötzlich noch mit zwei Pferden von hinten in die dichtgedrängte Masse geritten. Ein Sinn dieser Aktion erschloss sich niemandem. Es kam, wie es kommen musste. Und dem zwangsläufigen Blocksturm mussten die Ordnungshüter schließlich tatenlos gegenüberstehen. Im Vorbeigehen kam ich kurz mit einem Polizisten ins Gespräch. Er meinte, es seien immer und ausschließlich die Deutschen, die beim Fußball Probleme auf der Insel bereiten würden. „Und was ist mit Galatasaray, die euch hier vor einem Monat den Gästeblock zerlegt haben“, frage ich ihn. „Das war im Stadion, draußen waren die friedlich“, entgegnet er. Ich denke zurück an das friedliche Verhalten der Istanbuler in Dortmund und denke nur: „Verarschen kann ich mich alleine!“

FrankfurtZum Abschluss der Auswärtswoche wartete das Waldstadion zu Frankfurt. Hier spürt man ihn noch, den Charme vergangener Fußball-Zeiten. Zwar wurde auch die Heimspielstätte der Eintracht zwischenzeitlich modernisiert, dennoch spürt man, dass man bei einem Verein zu Gast ist, dessen Fans den Verein mit Herz und Seele leben. Eine lebendige Heimkurve wirkte erfrischend nach der grauenhaften Woche bis dahin. Auswärtsspiele wie in Frankfurt sind wahrhaft eine Rarität in einer Liga, die bereits jetzt von Vereinen wie Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim und möglicherweise bald auch durch Knallerteams wie Ingolstadt, Heidenheim und Leipzig bereichert wird. Möge die Eintracht möglichst lange die Klasse halten und der Bundesliga so ein Stück Fankultur und Tradition bewahren.

Apropos Klasse halten: Auch die Borussia sollte sich dieses Ziel in den kommenden Wochen auf die Fahne schreiben. Um nichts anderes geht es im Moment, gerade nach der ernüchternden Niederlage am Main. Und deswegen muss am Freitag das Westfalenstadion beben. Es kommt ein Verein zu Besuch, den kein Mensch braucht, und mit einem Heimsieg muss nun endlich die Trendwende gelingen. Doch dazu muss nicht nur die tragende gelbe Wand über 90 Minuten beben, auch die anderen Tribünen müssen die Mannschaft bedingungslos nach vorne peitschen. Drei Punkte müssen her, egal wie. (DM)

Gute Stimmung im Abschiedsspiel

IMG 8425Es gibt wahrlich schlimmere Lose für eine zweite Pokalrunde als das Millerntor-Stadion in St. Pauli - wenn man von der langen Anreise unter der Woche einmal absieht. Und welch ein Kontrast bildete dieses Duell beim Kiez-Klub im Vergleich zur Auftaktrunde, als es völlig ohne Flair im Neckarstadion des VfB gegen die Stuttgarter Kickers ging. Doch jenes 4:1 Mitte August ermöglichte erst den Ausflug in die Hansestadt zu dem Kultklub am Ende der Reeperbahn.

Nun ist Hamburg ganz allgemein und die Reeperbahn speziell nach all den Jahren kein besonders neues Ausflugsziel in schwarzgelber Kutte mehr - und dennoch bietet die Millionenstadt an der Alster nach wie vor interessante Punkte, die es zu entdecken gilt. IMG 8423So führte der Weg in diesem Jahr in die „Eppendorfer Grill-Station“, in den Kult-Imbiss, in dem Olli Dittrich als „Dittsche“ bereits seit zehn Jahren sonntäglich im WDR über den Sinn des Lebens philosophiert. Currywurst und Pommes werden dort deliziös von den sympathischen Wirten (wenn auch nicht von Ingo) zubereitet, das kühle Flensburger rundet einen Besuch in der Frittenbude im Eppendorfer Weg 172 ab, ein Besuch hier lohnt allemal und sollte irgendwann auf der Agenda während eines Hamburg-Besuches stehen. Man sollte sich dabei allerdings nicht von etwaigen Passanten mit Pickelhaube auf dem Kopf irritieren lassen...

Was danach folgen sollte, war ein Abschiedsspiel; jedoch kein Abschied aus dem DFB-Pokal, sondern uns Borussen war es vorbehalten, das letzte Spiel auf der alten Nordtribüne am Millerntor zu absolvieren. Diese bestand im Gästebereich im Unterrang aus Stehplätzen, während mittels einer Stahlrohrkonstruktion darüber im Oberrang Sitzplätze eingerichtet waren. Wenige Stunden nach dem Abpfiff sollte am Mittwochmorgen damit begonnen werden, ebendiese Stahlrohrkonstruktion abzubauen, um den Bau der neuen Nordtribüne einzuleiten. Supportmäßig haben wir dem alten Rang wohl eine würdige letzte Ehre erwiesen, gerade auch mit Blick auf die oftmals maue Atmosphäre im Westfalenstadion hob sich die Unterstützung der Schwarzgelben am Millerntor wohltuend ab.

IMG 8427Doch auch Pauli ließ weder am akustischen noch am optischen Support etwas zu wünschen übrig. Im Gegenteil, in der Halbzeit gaben die Paulianer im Süden noch eine kurze, aber prägnante Pyro-Show zum Besten. Es entwickelte sich also zumindest auf den Rängen eine spannende Pokal-Begegnung, während das Spiel auf dem Rasen relativ einseitig zugunsten der Borussia verlief.

Es bleibt zu hoffen, dass das krisengeschüttelte Pauli in der zweiten Liga schnellstmöglich die Kurve hinbekommt und man sich idealerweise auch lieber heute als morgen in der Bundesliga wieder gegenübersteht. In Zeiten, in denen Vereine wie Hoffenheim, Leverkusen und Wolfsburg der Beletage des deutschen Fußballs angehören und mit Heidenheim, Ingolstadt und Leipzig die nächsten Noob-Vereine vor der Tür stehen, merkt man im Gästeblock am Millerntor erst, wie sehr ein Verein wie der FC St. Pauli der Bundesliga fehlt. (DM)

Unzählige Eindrücke am Bosporus - aber keine Hölle bei Galatasaray

Istanbul4Istanbul. Bosporus. Mindestens 14 Millionen Einwohner - und fast genauso viele Eindrücke, die man hier gewinnen kann. Es war zwar erst der dritte Vorrunden-Spieltag und das zweite Auswärtsspiel, doch vermutlich haben wir mit dem Spiel in Istanbul bereits d a s Highlight der diesjährigen Champions-League-Saison erlebt.

Die Reise in die Metropole an der Grenze zwischen Europa und Asien begann bereits am Montag. Und der erste Kulturschock sollte bereits direkt nach der Landung folgen. Mit dem Taxi ging es vom Flughafen zum Hotel, das etwas unterhalb des „Grand Bazaars“ gelegen war. Ließ die Fahrt auf der Hauptstraße am Hafen entlang noch die Schönheit dieser Millionenstadt erahnen, so tauchten wir ganz unvermittelt in den hektischen Alltag Istanbuls ein, als der Taxifahrer plötzlich in eine Seitenstraße abbog. Nun befanden wir uns mittendrin in dem wirklichen Istanbul: Hektisches Treiben in engen Gassen, zahllose Geschäfte und einfach unfassbar viele Menschen, die sich - aus den unterschiedlichsten Gründen - durch die Straßen von A nach B drängelten. Das Viertel mutete zudem etwas eigenartig an und nachts bei Dunkelheit nicht gerade vertrauenswürdig - dachten wir, doch dieser Eindruck verflog.

Eine erste Erkundungstour durch die Stadt führte uns durch den Großen Basar (ein unfassbar verwinkeltes Gänge-System, in dem bestimmt schon so mancher Auswärtsfan verschwunden ist) am Hafen vorbei hin über die Galata-Brücke zum Taksim-Platz. Letzterer war irgendwie kleiner, als ich ihn mir aus den Fernsehsendungen der letzten Monate über die Proteste am Gezi-Park vorgestellt hatte.

Istanbul3Hochinteressant hingegen war das Leben rund um die Galata-Brücke. Während unter der Brücke eine Cafe-Meile angesiedelt ist, stehen Seite an Seite an der darüber verlaufenden Straße über den Hafen die Angler und halten ihre Köder in das Becken. Mit ein bisschen Pech kann es einem hier also gut passieren, dass einem beim Ansetzen des Bierkruges ein ums Überleben kämpfender Fisch an die Wange klatschte, während er seinem Schicksal in den Eimer toter Artgenossen unentrinnbar näherkam.

Istanbul5Der Dienstag brachte eins der kulturellen Höhepunkte der Fahrt, eine Hafenrundfahrt auf dem Bosporus. Die Bootsbesitzer entsenden jeweils einen Werber für ihre Fahrten an die Hafenpromenade, sodass man mitunter gar nicht eines der Schiffe erwischt, die da genau vor der eigenen Nase im Wasser liegen. Genau dies widerfuhr uns, als wir bei einem Werber eine Tour für 10 Lira pro Nase (etwa 3,50 Euro) aushandelten. Was uns wie ein Schnäppchen vorkam (übrigens sollten wir den Preis niemandem verraten, also psssst!), sollte plötzlich bitterer Ernst werden. Mit einem Transporter ging es zu einer anderen Anlegestelle, an der ein kleiner Kutter auf uns wartete, der bereits bedenklich in den Wellen schaukelte, während er im Hafen vor Anker lag.

Unsere Frage nach Bier an Bord versetzte den Adjutanten des Schiffskapitäns in hektisches Treiben, denn nun versuchte er extra für uns am Hafen irgendwo einige Dosen Efes aufzutreiben. Die Fahrt verzögerte sich dadurch zwar um eine Viertelstunde, doch dafür kehrte des Käpt’ns Helferlein stolz mit einer weißen Tüte mit goldenem Inhalt zurück. Diesen Dienst ließ sich der Matrose mit weiteren 10 Lira pro Halbliterdose bezahlen.

Istanbul1Das Boot konnte nun endlich Fahrt aufnehmen - und mitten auf dem Bosporus gab es allerlei zu bestaunen. So konnte man nicht nur den Möwen beim Geschlechtsakt zusehen, sondern konnte auch Blicke auf die durchaus imposante Istanbuler Skyline erhaschen. Unter der Galata-Brücke hindurch - das rote Warnsignal interessierte den Käpt’n nicht sonderlich - ging es am Stadtteil Besiktas vorbei Richtung Bosporus-Brücke, der Verbindung zwischen Europa und Asien in dieser Stadt. Besonders beeindruckend, insbesondere aufgrund der Lage, war die Ortaköy-Moschee direkt am Wasser vor der Bosporus-Brücke. Den kompletten Gegensatz dazu bildete die künstliche Insel „Galatasaray Adasi“ etwas weiter nördlich mitten im Bosporus, auf der die Betuchteren dieser Stadt unbeschwerte Stunden am Pool und bei Hochprozentigem verbringen können.

Istanbul2Mehr als zwei Stunden dauerte die Fahrt über das Wasser. Die Geldscheine, die am Ende den Besitzer wechselten, ließen die Augen von Kapitän und Adjutant immer größer werden - und nachdem wir das Boot verlassen hatten, schien die Besatzung Feierabend zu machen und schipperte von dannen; eine Rundfahrt, die ich jedem Istanbul-Urlauber nur sehr ans Herz legen möchte - wie ich generell einen Trip in die heimliche Hauptstadt der Türkei aufgrund ihres orientalischen Flairs nur empfehlen kann.

Istanbul7Und eines ist sicher: So, wie die Menschen sich über die Straßen fortbewegen, so verrückt fahren sie auch auf dem Wasser. Ähnlich wie vor einem Jahr in Neapel war es auch hier wieder extrem verwunderlich, dass bei dem interessanten Istanbuler Fahrstil nichts Gravierendes zu passieren scheint. Die Hölle ist übrigens der Istanbuler Feierabendverkehr - der Stau auf der A1 an der Leverkusener Brücke ist nichts dagegen. Ein Hinweis ist aber genauso wichtig: Istanbul ist eine Stadt, in der jeder jeden über den Tisch zu ziehen scheint. Dies gilt insbesondere für Taxifahrer und Geschäftstreibende an den Basar-Ständen.

Im La Viola Café in einer Seitengasse der vom Taksim-Platz wegführenden Einkaufsmeile, glitten wir bei Shisha und Efes in den Spieltag über. Mit Shuttle-Bussen sollte es am Spieltag zum Galatasaray-Stadion gehen. Treffpunkt und Abfahrt war dabei am Fuße des neuen Besiktas-Stadions, das sich derzeit noch im Bau befindet und im Jahr 2015 eröffnet werden soll.

Eine Besichtigung der Baustelle am Vorabend war übrigens strikt verboten. Auch das Klettern durch einen Maschendrahtzaun unterbanden die Baustellenwächter freundlich, aber doch bestimmt. Es blieb also nur der Blick von einer vorbeiführenden Brücke in den Stadion-Rohbau, der genau auf dem Grund des ehemaligen Inönü-Stadions entsteht, welches 2013 abgerissen wurde. Besiktas trägt seine Heimspiele übrigens bis zur Fertigstellung seines neuen Stadions im Atatürk-Olympiastadion aus.

Istanbul6Die Busfahrer in den Shuttle-Bussen kassierten übrigens fünf Euro, ja, Euro. Neben dem Busfahrer stand in den Bussen eine ominöse Person, die bereits beeindruckend viele Euro-Scheine in der Hand hielt, und kassierte den Fünfer pro Person. Wir hatten keine Ahnung, welche dunklen Kanäle wir damit wohl wieder unterstützen würden, aber wir wollten auch einfach nur zum Stadion.

Rund 40 Minuten dauerte der Transfer der rund 20 Busse in den Ali-Sami-Yen-Sportkomplex in Seyrantepe im Norden Istanbuls. Das Stadion wurde 2011 eröffnet und löste als Heimspielstätte das altehrwürdige Ali-Sami-Yen-Stadion aus dem Stadtteil Sisli ab. So modern und komfortabel das Stadion auch ist - es besitzt zwei gravierende Nachteile. Es trägt offiziell den Namen eines türkischen Telekommunikationsunternehmens und es ist als Neubau ähnlich charakteristisch wie alle Arenen, die seit einigen Jahren überall von Augsburg über Sinsheim, London und Manchester aus dem Boden schießen. Die Architektur des Stadions geht übrigens auf eine Stuttgarter Firma zurück, die auch für den Umbau des Neckarstadions verantwortlich war.

Istanbul8Nach dem Gastspiel im San Paolo in Neapel stufte ich die Fans der Hellblauen als das mit Abstand enthusiastischste und fanatischste ein, das ich jemals erlebt hatte. Doch nach allem, was man so aus Istanbul gesehen und gehört hatte, erwartete ich, dass die Galatasaray-Anhänger dies noch einmal toppen würden. Zunächst schienen die Fans diesem Anspruch - sie selbst begrüßten uns schließlich auch mit dem Spruch „Welcome to hell“ - gerecht zu werden. Zum Einmarsch der Mannschaften zeigte UltrAslan eine beeindruckende Choreografie und auch die Dezibel-Zahl erreichte die erwarteten Höhen. Hinter beiden Toren waren aktive Kurven angesiedelt, doch die anfängliche Euphorie war schnell verflogen. Nun war der Spielverlauf mit unseren beiden Toren sicherlich nicht stimmungsfördernd, aber unter dem Strich war ich sehr enttäuscht vom nachlassenden Support der Gala-Anhänger. Dies gipfelte in der Massenflucht des Publikums, die so um die 70. Minute einsetzte. Spätestens fünf Minuten vor dem Abpfiff herrschte eine gähnende Leere im Stadion, die ich so nicht erwartet hatte. Vielleicht wollten die Leute aber auch einfach nach dem enttäuschenden Spiel nur deswegen schneller aus dem Stadion, weil die U-Bahn zum Stadion im Moment baustellenbedingt nicht fährt und daher ein noch größeres Verkehrschaos vorprogrammiert war.

Mit einem teilweise berauschenden Spiel und drei Punkten im Gepäck stand am frühen Donnerstagmorgen die Heimreise an. Was bleibt, sind unzählige Eindrücke, die hier nur zu einem Bruchteil wiedergegeben werden konnten. Fahrt einfach selbst mal hin und taucht ein in das orientalische Leben an der Grenze zwischen Europa und Asien. Ihr werdet es nicht bereuen. (DM)

Zum Staatsbesuch nach Belgien

IMG 8064Auswärts in Belgien - konnte einem im Vorfeld des Duells aufgrund der dilettantischen Planung des RSC Anderlecht und der restriktiven Vorgaben der belgischen Polizei die Vorfreude auf das Spiel vergehen, so entpuppte sich die Reise vor Ort doch als überraschend angenehm.

Da waren zunächst einmal die wundersam verloren gegangenen Karten auf dem Postweg von Anderlecht nach Dortmund, die eine Verteilung der wenigen, dafür aber umso heißer begehrten Tickets verzögerte. Erst deutlich weniger als eine Woche vor dem Anstoß im Constant-Vanden-Stock-Stadion waren die eilig ausgestellten - und als „Duplicata“ gekennzeichneten - Ersatzkarten endlich in Dortmund angekommen und konnten verteilt werden. Ob man aber mit Duplikaten wohl ins Stadion kommen würde?

Eine professionelle Planung - die UEFA reglementiert doch sonst jeden Quatsch, wie beispielsweise den zentimetergenauen Abstand eines Banners auf dem Rasen vor Spielbeginn von der Seitenauslinie - sieht anders aus und war seitens des RSC Anderlecht eines Champions-League-Teilnehmers unwürdig. Selbst der SSC Neapel(!) bekam die Planung im Vorjahr bei einem wesentlich geringeren Vorlauf besser über die Bühne.

IMG 8065Doch ein Verdacht lässt sich hier nicht leugnen, nämlich der, dass die belgische Hinhalte-Taktik mit Absicht geschah. Diese These drängt sich auf, wenn man Anderlechts Karten-Planung mit der restriktiven Vorbereitung der belgischen Polizei in Kombination betrachtet. Gästefans schienen demnach nicht besonders willkommen zu sein. Gerade die internationalen Auswärtsfahrten leben aber doch davon, dass man sich - gerade auch am Spieltag - in der Innenstadt aufhalten sowie Land und Leute kennenlernen kann. Dies war in Anderlecht unmöglich, denn die Vorgabe hieß, dass man nach dem Treff aller anreisenden Busse am Grenzübergang Lichtenbusch um 17 Uhr mit Polizeieskorte bis vor den Gästeblock transportiert wird. Stadtbesuch? Non!

Sind wir in diesen Wochen nach dem „Konzept“ unseres NRW-Innenministers Ralle Jäger eine verringerte Polizei-Präsenz gewohnt, so konnte man nun in Belgien das komplette Gegenteil davon erleben. Die unzähligen Cops auf ihren Motorrädern sperrten mal eben die komplette A3/E40 hinter der Grenze, um den Buskonvoi Richtung Anderlecht zu geleiten. Die Szenerie erinnerte ein wenig an einen präsidialen Staatsbesuch im Königreich Belgien, nur dass man nicht den Bundeskanzler oder wenigstens den Fußball-Kaiser, sondern „nur“ rund tausend Dortmunder Fußballfans durch das Land eskortierte.

IMG 8055Noch skurriler wurde die Szenerie auf dem vollen Autobahnring kurz vor Brüssel im Feierabendverkehr. Nachdem die Autobahn mittlerweile dreispurig geworden war und die Polizei sodann die linke Spur für den normalen belgischen Feierabendverkehr freigab, lotste sie nun vor der europäischen Hauptstadt plötzlich alle Busse auf die linke Spur. Mit recht drastischer Gestik vertrieben die Moped-Cops die einheimische Bevölkerung regelrecht von dieser schnellsten aller Autobahnspuren. Leider entpuppte sich dies als nicht konsequent durchdacht, denn nachdem ein Cop alle Autos von links in die Mitte lotste, schoss er mit seinem Moped die hunderte Meter nach vorne bis zum vorausfahrenden Bus. Die Belgier wiederum dankten für diese Lücke und stießen sofort wieder auf die linke Spur, sodass der Cop wieder für Ordnung sorgen musste.

IMG 8054Dieses Spiel wiederholte sich einige Male, bis wir schließlich die vor uns fahrenden Busse komplett verloren hatten, weil die Belgier die Anweisungen zunehmend ignorierten, was insbesondere angesichts eines vor uns fahrenden roten Golf 1 als sehr interessant anmutete. Dasselbe Bild bot sich schließlich auch nach hinten und die Polizei war urplötzlich auch noch komplett verschwunden. 100 Kilometer wird man über plattes Land von den Cops begleitet, doch wenn es darauf ankommt, den Weg zum Stadion zu leiten, waren sie plötzlich wie vom Erdboden verschluckt.

IMG 8059Nun griff also hier in Belgien urplötzlich und überraschend doch noch das Konzept der verminderten Polizeipräsenz von Ralle Jäger. Mit einem einzigen verbliebenen anderen Dortmunder Bus versuchten wir uns nun auf eigene Faust zum Stadion durchzuschlagen, was jedoch von keinem durchschlagenden Erfolg gekrönt sein sollte. Nach einigem Umherirren auf der belgischen Autobahn und einem Wendemanöver in die Gegenrichtung tauchte plötzlich auf einem Abfahrtsschild das erlösende Wort „Anderlecht“ auf, doch leider war diese Abfahrt völlig überlastet und unter dem Verkehr zusammengebrochen. Und plötzlich, als keiner mehr damit rechnete, schossen völlig unerwartet aus der Finsternis die Blaulicht-Mopeds hervor wie Gandalfs Reiter im Kampf gegen Mordor. Die Cops lotsten uns von der Anderlecht-Ausfahrt weg und - das hätte wohl keiner mehr gedacht - binnen weniger Minuten fanden wir uns auf dem hermetisch vom Heimbereich abgeriegelten Gästeparkplatz wieder.

IMG 8062Nach dem ganzen Vorlauf war nun am Blockeingang eigentlich eine intensive Ganzkörperkontrolle gereizter belgischer Cops zu erwarten. Doch die Ordner an den Drehkreuzen sowie die dahinter postierte Polizei war völlig tiefenentspannt und - anders als es die Planungen vermuten ließen - durchaus gastfreundlich gestimmt. Die Eingangskontrolle ist so auch eher als oberflächlich einzustufen, was den Belgiern weitere Pluspunkte einbringt.

Die Rückreise aus Anderlecht war ebenfalls sehr fanfreundlich gestaltet. Mit weniger als 15 Minuten fiel die obligatorische Blocksperre erfreulich kurz aus, wenngleich auf der „Tribune 2“ hinter dem Tor nicht alle Blöcke gleichzeitig öffneten, sondern einer nach dem anderen freigelassen wurde. Um kurz nach halb 12 setzte sich schließlich der Dortmunder Bus-Konvoi unter Blaulicht in Bewegung in Richtung Heimat.

Ein Punkt sei noch abschließend erwähnt. Das Entgegenkommen der belgischen Polizei zeigte sich auch darin, dass sie uns sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg jeweils eine staatlich verordnete und bewachte Pause genehmigte. Etwas irritierend war hierbei auf dem Heimweg die Pause lediglich etwa 40 Kilometer vor Aachen, auch wenn böse Zungen hier behaupten, dass die Polizisten selbst nur mal tanken und aufs Klo mussten. Es erscheint jedoch fraglich, ob die deutschen Kollegen gerade auf dem Heimweg etwas Ähnliches vollbringen würden.

Unterm Strich bleibt so jedoch eine rundum gelungene Auswärtsfahrt, die mit einem guten Spiel der Borussia und hochverdienten drei Punkten im Gepäck tief in der Nacht - oder eher früh am Morgen - ihr Ende fand. (DM)

Sicher zum Derby

Wir bieten zum Derby auch einen Bus an. Kostenpunkt liegt bei 18,00€ pro Person.

Fahrt wird über Altena, Lüdenscheid und Dortmund gehen.

Wir stellen natürlich keine Karten zur Verfügung, sondern ausschließlich die Busfahrt.

Nach einer Anmeldung erhaltet Ihr eine Email mit allen weiteren Informationen.

Ab sofort könnt ihr euch dafür anmelden.

Anmeldung

 

Abfahrtszeiten GE

Abfahrtszeiten für GE gab es heute per Mail. 
Bitte die Abfahrtzeiten der 2ten Mail beachten, da in Mail 1 die falschen Zeiten angegeben waren.

Fahrt nach Mainz ausgebucht

Unser Bus zum Bundesliga-Auswärtsspiel nach Mainz (20.9.) ist ausgebucht!

Alle Mitfahrer werden im Laufe dieser Woche eine E-Mail mit allen relevanten Informationen erhalten. Der Fahrpreis wird bei 22 € liegen.

Bus nach Anderlecht

Wir bieten auch zum Spiel in Anderlecht, am 01.10.2014, einen eigenen Bus an.

Diese kann ab sofort verbindlich bei uns gebucht werden.

Ihr erhaltet direkt nach der Buchung eine Bestätigungsmail mit unseren Kontodaten. Das Geld muss dann binnen zwei Tagen auf unser Konto überwiesen werden.

Die Buchung ist erst gültig und verbindlich, wenn das Geld auf dem Konto gutgeschrieben ist. Sollte das Geld nicht in der angegebenen Zeit gutgeschrieben sein oder ein Überweisungsbeleg vorliegen, verfällt die Buchung ohne Ansprüche. Wir bieten KEINE Karten für die das Spiel an.

Gebuchte und bezahlte Busplätze können nicht erstattet werden, sollte die Fahrt nicht angetreten werden.

 

Fahrpreis: 25,00€

 

Die Abfahrtszeiten werden noch bekannt gegeben.

Busse nach London und Anderlecht

Die BVB Supporters Lennetal werden zu den Champions-League-Auswärtsspielen in Anderlecht (1.10.) und London (26.11.) jeweils eine Busfahrt anbieten.

Der Preis für die London-Fahrt wird aller Voraussicht nach zwischen 60 und 70 € liegen.

Die Anmeldungen werden für beide Fahrten über die Homepage laufen.

Weitere Infos folgen.

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