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Porto: Lockerer Ausflug in eine entspannte Stadt

IMG 2430Porto - das Los für die Zwischenrunde der Europa League bescherte uns kurz vor Weihnachten ein äußerst attraktives Ziel und ein Duell, das vom Klang her zweifellos auch eines Champions-League-Achtelfinales würdig gewesen wäre. Folgerichtig befürchtete jedoch auch so mancher ein böses Erwachen gegen den „Absteiger“ aus der CL. Im Nachhinein überwiegt jedoch die Verwunderung, wie dieser Verein in der CL-Gruppe mit Chelsea, Kiew und Tel Aviv immerhin zehn Punkte holen konnte und nur um einen Zähler den Sprung ins CL-Achtelfinale verpasste - so erschreckend schwach präsentierte sich der hochgehandelte Gegner in den 180 Minuten. Vielleicht auch ein typisches Phänomen, dass die „Absteiger“ oftmals kein ausgeprägtes Interesse mehr an der Euro League haben?

IMG 2439Doch der sportliche Aspekt soll nur am Rande erwähnt sein. Mit einem halbwegs komfortablen 2:0 aus dem Hinspiel im Gepäck startete die Reise unserer neunköpfigen Gruppe am Mittwoch von Eindhoven (an dieser Stelle ein Dank an das bescheuerte IT-System der Billig-Fluglinie, welches direkt nach der Auslosung die Buchung günstiger Flüge ab Köln verhinderte). Aus den sonnigen Niederlanden ging es ins vorhergesagte verregnete Portugal. In der Luft entpuppte sich der Flug als miese Kaffeefahrt. Das Personal versuchte sich mit Blick auf die zahlreichen Fußballfans an Bord in ziemlich nervigen Kutten-Animationen, um sodann zum Kern seines Anliegens zu kommen: Dem penetranten Versuch, irgendwelche komischen portugiesischen Lose und allerlei Duty-Free-Waren unters Volk zu bekommen.

IMG 2436Nach letztlich nervenaufreibenden knapp zweidreiviertel Flugstunden erreichten wir unser Ziel in Porto - im Regen. Mit der Metro ging es ins schließlich ins Hotel am Praça Trindade. Glücklicherweise ließ der Regen alsbald nach, sodass wir trockenen Fußes ein wenig die Stadt erkunden konnten, ehe der Abend nach sehr leckerem, aber auch sehr öligem Essen mit insbesondere sehr viel Knoblauch (vermutlich wurde zur Sicherheit eine ganze Knolle verarbeitet) in einer Kneipe in der Innenstadt mit viel billigem „Super Bock“ zu Ende ging. An dieser Stelle sei die Frage gestattet: Warum gibt es in gefühlt jedem Land der Erde Apple Cider zu kaufen, egal ob in Flaschen, in Dosen oder - wie in Porto - sogar aus dem Zapfhahn(!) - nur in Deutschland nicht?

IMG 2432Der Donnerstag begann schließlich mit einem Ausflug an den Hafen. Bei einer Mischung aus überwiegendem Sonnenschein und einer kurzen Regenphase entschlossen wir uns nach einem Streifzug durch die schönen, engen Gassen Portos - die einen ganz eigenen, entspannten Lebensstil repräsentieren - zum Hafen. Mit einem Blick auf die Uhr entschieden wir uns zu einer Bootsrundfahrt. Diese fiel zwar nicht so episch lang aus wie seinerzeit in Istanbul, doch war sie trotz der nur 50 Minuten nicht minder beeindruckend. Hier stach insbesondere die Ponte Maria Pia ins Auge, eine 60 Meter hohe und 350 Meter lange Eisenbahnbrücke über den Douro, den mit knapp 900 Kilometern drittlängsten Fluss der iberischen Halbinsel, der kurz hinter der Brücke in den Atlantik mündet. Die Brücke verbindet Porto mit der Stadt Vila Nova de Gaia am anderen Ufer. Am Portuenser Hafenufer gönnten wir uns danach ein leckeres Mittagessen im Filha da Mãe Preta (Cais da Ribeira, 40 - 4050-510 Porto) und machten uns anschließend durch eine weitere enge Gasse auf den Berg, um von der Ponte Maria Pia einen Panorama-Blick zu ergattern. Die Aussicht entschädigte für den steilen Aufstieg.

SomersbyNach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel ging es schließlich ins 50.000 Zuschauer fassende, aber nicht ausverkaufte Estádio do Dragão. Das für die EM 2004 erbaute Stadion erwies sich als echtes Schmuckkästchen. Bei Tageslicht hätte man durch die großen Lücken hinter den Toren zwischen Tribünenende und Dach sicher eine schöne Aussicht auf Porto gehabt. Die Portugiesen zeigten zum Spielbeginn eine Choreo, die jedoch nur hinter dem Tor gelungen war und auf den oft verwaisten anderen Tribünen etwas unbeholfen wirkte. IMG 2452Die Stimmung im Gästeblock war während der 90 Minuten eher mau, was sicherlich auch dem klaren Spielverlauf und der daraus resultierenden fehlenden Stimmung geschuldet war. Schade. Da konnte auch das Stimmungsfeuerwerk nach der Halbzeit nur kurzzeitig etwas ändern. Von den Portugiesen war akustisch ebenfalls nur sehr wenig wahrzunehmen. Interessant ist die Fankonstellation der Portugiesen. Während im South Stand hinter dem Tor die zahlenmäßig größeren „Super Dragões“ beheimatet sind stehen in der Nordwestkurve die „Colectivo Ultras 95“, die insbesondere mit einer kleinen Bengalo-Aktion gegen Spielende in Erscheinung traten.

IMG 2462Nach dem Spiel folgte eine letztlich ähnlich sinnbefreite Blocksperre wie fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor in Turin. Etappenweise führten uns die Cops aus dem Stadion, sie stoppten immer wieder scheinbar willkürlich, wobei der Unmut im einsetzenden Regen unter den Schwarzgelben zunahm, bis sich die Cops irgendwann schlagartig verzogen und den Weg endlich freigaben.

Es folgte ein letzter Restaurantbesuch, um sich für die Nacht zu stärken. Leider erwischte der Autor dieser Zeilen dabei einen gemischten Fleischteller, der eher an eine Mischung aus Sheba und Frolic erinnerte, aber immerhin ausreichte, um den Hunger zu besiegen - ein Genuss, der wohl eher einem Masochismus gleichkam. Besser hätte man es den anderen nachgemacht, die mit Francesinha eine delikate Spezialität aus Porto bestellten, ein Sandwich aus Toast und verschiedenen Fleischsorten, übergossen mit einer Soße aus Tomaten, Bier und Senf.

IMG 2473Am Freitagmorgen begaben wir uns schließlich früh zum Flughafen mit der Hoffnung auf ein attraktives Los für das Achtelfinale. Mit Tottenham Hotspur ist dieser Wunsch letztlich auch in Erfüllung gegangen, die Kunde verbreitete sich direkt nach der Landung in Windeseile an Bord. Und so steht in knapp drei Wochen bereits die nächste spannende Auswärtstour an. Borussia Dortmund international! (DM)

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